Simon Marius, Mundus Iovialis (1614)

Simon Marius, Mundus Iovialis (1614) Das Gunzenhausener Original

Bild 1: Die Archivalie: Sorgsam verwahrt in einer Kartonbox und sicher umfasst von einer Kordel, die ein professioneller Archivarsknoten ziert, liegt das Original im Stadtarchiv in Gunzenhausen. Es wurde im Jahre 1986 von H. Neumann, dem damaligen Fachbetreuer Latein, in einem Hamburger Antiquariat entdeckt und durch Herrn Böhlein, den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Gunzenhausen, für 20000 DM angekauft. Die Fotografien vom August 2009 zeigen den guten Erhaltungszustand des Originals, das im Stadtarchiv in Gunzenhausen liegt.
Bild 2: Mundus Iovialis: Die Titelseite des Mundus Iovialis beeindruckt durch ihre schöne typografische Gestaltung. Es war nicht mehr in gotischer Schrift des Mittelalters, sondern in der mit dem frühen Buchdruck modern gewordenen Schriftart Antiqua gesetzt. Es war im Verlag non Johann Lauer, Marius´ Schwiegervater, gesetzt und publiziert worden. Mit der Veröffenlichung seines Buches erst im Jahre 1614 hinkte Marius allerdings Galilei um vier Jahre hinterher.
Bild 3: Illustrissimis principibus: In der Widmung seines Buches verneigt sich Marius ehrfürchtig vor seinen Arbeitgebern den Fürsten von Brandenburg-Ansbach, und wirbt um ihre Gunst mit dem Hinweis, er könne sie mit der Benennung der Jupitermonde als „Brandenburgische Gestirne“ unsterblich machen.
Bild 4: Praefatio ad candidum lectorem: In der „Vorrede an den verständigen Leser“ seines Buches schildert Simon Marius, wie er in den Gebrauch des Fernrohres gekommen war. Er bemüht sich hier auch um ein wohlwollendes Verhältnis zu seinem Konkurrenten Galilei. Schließlich nennt er die Daten seiner ersten Beobachtung der Jupitermonde.
Bild 5: Simon Marius Guntzenhusanus Mathematicus: Das Porträt zeigt Marius im Alter von 42 Jahren, also im Jahr der Veröffentlichung seines Mundus Iovialis. Die abgebildeten Attribute weisen ihn als Mathematiker, Arzt und Astronomen aus.
Bild 6: Tertius Iovis planeta: Im ersten Teil seiner Abhandlung charakterisiert Marius die vier Monde im Detail: wie weit sie jeweils vom Jupiter abzuschweifen scheinen, wie groß also die Kreisbahnen sind, wie lange die Umläufe dauern und groß ihre Geschnwindigkeit ist.
Bild 7: Io, Europa, Gynimedes puer atque Calisto: Die Benennung der Jupitermonde nach Gestalten der antiken Mythologie wurde im zwanzigsten Jahrhundert wieder aufgegriffen. Sie geht also direkt auf Marius, nicht aber auf Galilei zurück.
Bild 8: Tertia pars: Hier legt Simon Marius sein „vermittelndes“ Weltbild dar, wie es auch sein Lehrer Tycho Brahe in Prag vertrat: „... dass sich auch Jupiter mit seinen Monden nicht um die Erde, sondern um die Sonne als Zentrum dreht.“ Gleichzeitig nimmt er an, dass „sich aber die Sonne gleichsam auf einer konzentrischen Bahn um die Erde bewegt“.
Bild 9: Sequuntur nunc tabulae ipsae: Neben der Darstellung seiner Beobachtungen und Theorien sieht S. Marius die Veröffentlichung der Beobachtungsdaten selbst als einen Hauptzweck der Publikation an. Diese umfassen – in Tabellen angeordnet – die letzten sieben Seiten.
Bild 10: In mensibus anni communis: Heutige Computerrechnungen haben bewiesen, dass Marius' Angaben zu den Umlaufszeiten der Monde sehr genau sind; sie weichen nur maximal 0,3 Promille von den heute bekannten Werten ab. Damit hat Simon Marius das Hauptziel seines Werkes voll errreicht.
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Bild 12: Das Buch als Ganzes - Die Titelseite: Das Hauptwerk des Simon Marius, der Mundus Iovialis (Das Jupitersystem) steht an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Dass ein kleiner Provinzastronom das vorherrschende mittelalterliche Weltbild zu stürzen half und den großen Galilei teilweise in der Genauigkeit seiner Beobachtungsdaten übertraf, macht den Charme dieses Werkes aus. - Es wurde von einem lateinischen Leistungskurs im Jahre 1988 ins Deutsche übersetzt und in Buchform veröffentlicht.
Bild 1: Die Archivalie: Sorgsam verwahrt in einer Kartonbox und sicher umfasst von einer Kordel, die ein professioneller Archivarsknoten ziert, liegt das Original im Stadtarchiv in Gunzenhausen. Es wurde im Jahre 1986 von H. Neumann, dem damaligen Fachbetreuer Latein, in einem Hamburger Antiquariat entdeckt und durch Herrn Böhlein, den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Gunzenhausen, für 20000 DM angekauft. Die Fotografien vom August 2009 zeigen den guten Erhaltungszustand des Originals, das im Stadtarchiv in Gunzenhausen liegt.
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